seit jahren steigt die wohnungslosigkeit von frauen. fast ein viertel der menschen ohne mietvertrag ist weiblich, ihre notlage aber kaum sichtbar. sie leben nicht auf der straße, denn dort wären sie übergriffen auf leib und leben ausgesetzt. deshalb versuchen sie alles, um irgendwo unterzukommen. die prostituieren sich, um einen schlafplatz zu ergattern, bleiben im elternhaus oder in der partnerschaft, auch wenn es unerträglich ist. die frauenpension in bad cannstatt bietet 50 wohnungslosen frauen eine bleibe. hier können sie wohnen, bis sie ein eigenes zuhause gefunden haben. hier leben frauen, deren existenz durch armut und aussichtslosigkeit bestimmt ist, die gewalt erfahren haben und sexuellen missbrauch. meist kommen sie aus zerrütteten familienverhältnissen, haben keine schulbildung und sind abhängig von alkohol oder anderen drogen. es sind vor allem die seelischen probleme, die ihren alltag bestimmen.
- 01/10
- _